Montag, 24. Oktober 2011
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Budget 2012 präsentiert
Der Ministerrat hat am 19. Oktober das Budget 2012 beschlossen. "Sparen, effizientere Verwaltung und gleichzeitig in die Zukunft investieren" sei das Motto der Bundesregierung, erklärte Bundeskanzler Werner Faymann im anschließenden Pressefoyer. Daher werde es weder Sozialabbau noch Reduktionen im Bildungswesen, sondern ganz im Gegenteil deutlich mehr Mittel für Bildung und Forschung geben, so Faymann. Dieser Grundsatz im eigenen Land stärke auch Österreichs Position in der europäischen Diskussion über die Einführung der Finanztransaktionssteuer. "amit können wir ein Vorbild in Europa sein" betonte der Bundeskanzler.
Die konkreten Zahlen zum österreichischen Budget 2012 präsentierte Finanzministerin Maria Fekter ebenfalls am 19. Oktober in ihrer ersten Budgetrede im Nationalrat. Ihre Ausführungen standen unter der Devise "tabile Finanzen für eine sichere Zukunft". emgemäß betonte Fekter, dass trotz Konsolidierungspfades Zukunftsinvestitionen – vor allem in Bildung, Forschung und Entwicklung – nicht zu kurz kämen.
Österreich habe die Finanz- und Schuldenkrise bisher gut verkraftet, doch sei man "er Krise noch nicht entwischt" so Fekter. Die Bundesregierung habe mit dem Budget ein klares Signal der budgetpolitischen Berechenbarkeit und der Verantwortung für die Zukunft gesetzt. Sparsamkeit, Defizitabbau, Reformen und Wachstum hätten dabei Priorität.
Das gesamtstaatliche Budgetdefizit soll 2012 auf 3,2 Prozent (2011: 3,9 Prozent) des BIP zurückgehen, womit Österreichs Haushalt im internationalen Vergleich stabil und solide bleibt (Eurozone: 3,5 Prozent, EU-27: 3,8 Prozent; Eurostat-Frühjahrsprognose 2011). Fekter sieht diese Zahlen als wichtiges Signal an die Finanzmärkte, "dass auf Österreich Verlass ist".
Die Gesamtverschuldung wird 74,6 Prozent (2011: 73,6 Prozent) betragen. Grundlage für diese Zahlen ist laut Fekter der Bundesfinanzrahmen bis 2015, demzufolge das Defizit dann unter 2 Prozent liegen und die Staatsverschuldung erstmals seit 2007 wieder sinken sollen.
Die Budget-Konsolidierung erfolgt hauptsächlich auf der Ausgabenseite. Im Budget 2012 stehen Ausgaben in Höhe von 73,6 Milliarden Euro Einnahmen von 64,4 Milliarden. Euro gegenüber. Die Ausgabenquote sinkt insgesamt von 52,2 Prozent auf 51,2 Prozent. Die Einnahmen sinken von 48,3 Prozent auf 48,0 Prozent, was sich wiederum in der Abgabenquote widerspiegelt. Diese reduziert sich von 42,4 Prozent auf 42,1 Prozent. Trotzdem steigen die Steuereinnahmen um 3,5 Milliarden Euro. Das liegt unter anderem an der steigenden Beschäftigung und am wachsenden Konsum.
(Budget 2012 siehe: )

90 Jahre Arbeiterkammern
Die Arbeiterkammern (AK) in Österreich haben am 20. Oktober mit einem Festakt ihr 90-jähriges Bestehen gefeiert. Anwesend waren neben Gastgeber AK-Präsident Herbert Tumpel, Bundespräsident Heinz Fischer, Bundeskanzler Werner Faymann, Vizekanzler Außenminister Michael Spindelegger und ÖGB-Präsident Erich Foglar. Einigkeit bestand darüber, dass gerade in wirtschaftlichen Krisenzeiten den Kammern und der Sozialpartnerschaft künftig eine besondere Rolle zukomme.
Bundeskanzler Faymann dankte allen Mitarbeitern der AK. Nur durch deren Engagement und konkrete Hilfestellungen könne das politisch Vereinbarte auch wirklich durchgesetzt werden, betonte Faymann.

Erfolgreiche Verhandlung bei Gipfel zur Verwaltungsreform
Bundeskanzler Werner Faymann und Vizekanzler Michael Spindelegger hatten am 21. Oktober nach Wien zu einem Reformgipfel mit den neun Landeshauptleuten geladen – und konnten Erfolge vermelden. "Wir müssen sparen und wollen investieren, daher müssen wir die Zusammenarbeit zwischen Bund und Ländern verbessern", so der Bundeskanzler. Grünes Licht gab es für die Transparenzdatenbank. "Hier solle nachgewiesen werden, wer welche Förderungen bekommt, damit Doppelförderungen künftig ausgeschlossen werden", sagte Burgenlands Landeshauptmann Niessl.
Einig waren sich die Vertreter von Bund und Ländern auch in Sachen Landesverwaltungsgerichtshöfe. Es ist vorgesehen, dass dadurch die Verwaltungsverfahren rascher abgewickelt werden. Damit soll künftig auch der Bundesverwaltungsgerichtshof entlastet werden.
Ebenfalls fix vereinbart wurde die Einführung eines Bundesamts für Asyl und Migration. Asylverfahren und auch der humanitäre Aufenthalt sollen dadurch rascher geregelt werden.
"Mit diesen Maßnahmen vereinfachen wir die Verwaltung, sparen bei den Kosten und optimieren die Leistung für die Bürger", zog die Vorsitzende der Landeshauptleute-Konferenz, Salzburgs Landeshauptfrau Gabi Burgstaller, zufrieden Bilanz.

Bundeskanzler Faymann bei EU-Schuldengipfel in Brüssel
Bundeskanzler Werner Faymann nahm am 23. Oktober am EU-Schuldengipfel in Brüssel teil. Der EU-Gipfel beschloss unter anderem, die Frage "begrenzter Vertragsänderungen" zu prüfen. Ratspräsident Herman Van Rompuy wurde beauftragt, im Dezember einen Bericht dazu vorzulegen. Gegen dieses Projekt formiert sich bereits Widerstand. Für Änderungen ist ein äußert langwieriges Verfahren mit Zustimmung der nationalen Parlamente nötig – dies dürfte mindestens zwei Jahre dauern. Bundeskanzler Faymann warnte: "Für die kurzfristigen Probleme bringt eine Vertragsänderung nichts." Einen Schuldenschnitt für Griechenland werde es aber laut Faymann bald geben: "Ich bin überzeugt, dass die Verhandlungen eine gute Chance haben, die Privaten einzubinden, dass die bis zu 50 Prozent übernehmen von dem, was man Haircut nennen kann." Der Bundeskanzler kritisierte ferner: "Wir können nicht nur diskutieren, wie sparen wir und kürzen wir. Wir müssen genauso diskutieren, wie die jungen Menschen in Europa wieder eine Arbeit bekommen."

Bundespräsident Heinz Fischer in Aserbaidschan und Turkmenistan
Heinz Fischer besuchte von 11. bis 13. Oktober die beiden Kaukasus-Republiken Aserbaidschan und Turkmenistan. Begleitet wurde Fischer von einigen Ministern und einer großen Wirtschaftsdelegation.
Beide autoritär geführten Länder verfügen über riesige Erdöl- und Erdgasvorkommen, die jeweils über 90 Prozent der Exporte ausmachen. In den Überlegungen der EU spielen Aserbaidschan und Turkmenistan eine zentrale Rolle, wenn es um die Gasversorgung Europas geht.
In der aserbaidschanischen Hauptstadt Baku führte der Bundespräsident Gespräche mit Staatspräsident Ilham Alijew und Regierungschef Artur Rasi-Zadeh. Hauptthema war das geplante Gaspipeline-Projekt Nabucco, das unter Federführung des österreichischen OMV-Konzerns steht. Fixe Zusagen für Gaslieferungen aus Aserbaidschan gab es vorerst keine. Die OMV möchte sich an der Gasförderung in Aserbeidschan beteiligen und unterzeichnete mit dem staatlichen Öl- und Gaskonzern Socar eine entsprechende Absichtserklärung.
In der turkmenischen Hauptstadt Aschchabad traf Fischer mit Staatspräsident Gurbanguly Berdymuchammedov zusammen. Dieser stellte Gaslieferungen an den Westen in Aussicht, weitere Verhandlungen sind geplant. Österreich und Turkmenistan unterzeichneten unter anderem ein Memorandum über die Zusammenarbeit im Energiebereich.
Erörtert habe er mit seinen jeweiligen Gesprächspartnern auch das Thema Menschenrechte und Fragen der Pressefreiheit, erklärte Fischer vor Journalisten.

Chinas Präsident Hu Jintao kommt zu Staatsbesuch nach Österreich
Der chinesische Staatspräsident Hu Jintao absolviert vom 30. Oktober bis 2. November einen Staatsbesuch in Österreich. Auf dem Programm stehen unter anderem Gespräche mit Bundespräsident Heinz Fischer, Bundeskanzler Werner Faymann und Nationalratspräsidentin Barbara Prammer.

Ungarns Präsident Schmitt in Wien
Der ungarische Präsident Pál Schmitt hielt sich am 20. Oktober zu einem Kurzbesuch in Wien auf. Anlass waren die Feierlichkeiten zur Erinnerung an den von den Sowjets blutig niedergeschlagenen Ungarn-Aufstand 1956. Bei einem Treffen mit Bundespräsident Heinz Fischer in der Hofburg bedankte sich Schmitt für die Solidarität Österreichs, das 1956 über 250.000 Flüchtlinge aufgenommen hatte. Am Abend nahm Schmitt im Stephansdom an einer Gedenkmesse für die Opfer des Ungarn-Aufstands teil.

Spindelegger fordert Aufklärung der Gewalt gegen Kopten in Kairo
Das Ausmaß der Gewalt bei der jüngsten Demonstration christlicher Kopten in Kairo, bei der mehr als 24 Menschen ums Leben gekommen seien, "ist erschreckend und zutiefst beunruhigend", erklärte Außenminister Michael Spindelegger in einer Aussendung am 10. Oktober, einen Tag nach den blutigen Ausschreitungen zwischen Christen, Muslimen und Soldaten im Zentrum Kairos. Von der ägyptischen Regierung fordere er restlose Aufklärung über die Umstände der Gewalteskalation und die Bestrafung der Schuldigen, sagte Spindelegger.
"Die ägyptische Führung muss die berechtigten Anliegen der Bevölkerung, insbesondere der religiösen Minderheiten im Land, ernst nehmen. Dies ist im Hinblick auf den Aufbau eines modernen demokratischen Rechtsstaates und die politische Konsolidierung mit den ersten freien Parlamentswahlen im November unabdingbar", betonte der Außenminister.

Österreich mit dritthöchster Produktivitätsrate in EU
Österreich liegt bei der Arbeitsproduktivität pro Beschäftigter beziehungsweise Beschäftigtem im verarbeitenden Gewerbe innerhalb der 27 EU-Staaten an dritter Stelle. Das geht aus dem am 14. Oktober von EU-Industriekommissar Antonio Tajani präsentierten Bericht "Industriepolitik: Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit" hervor. An der Spitze liegt Irland, auf Platz 2 die Niederlande. Hinter Österreich folgen Finnland, Belgien, Luxemburg, Schweden und Deutschland.
Tajani erklärte, die europäische Industrie sei gut aufgestellt und durchaus wettbewerbsfähig, allerdings verliere der Aufschwung an Tempo. Daher müsse der Wettbewerbsfähigkeit und dem Wachstum ein noch höherer Stellenwert eingeräumt werden.
Der Anteil der innovativen Unternehmen schwankt zwischen 80 Prozent in Deutschland und 25 Prozent in Lettland. Über 50 Prozent beträgt deren Anteil in Österreich, womit sich das Land im guten Mittelfeld positioniert hat.
Die Kommission merkt zu Österreich an, dass es punkto Wettbewerbsfähigkeit der Wirtschaft und Arbeitsproduktivität gute Zahlen aufweise und deutlich über dem EU-Schnitt liege.

Metaller-Löhne steigen um 4,2 Prozent
Industrie und Gewerkschaft haben sich am 18. Oktober auf eine Erhöhung der Löhne und Gehälter um 4,2 Prozent geeinigt, wobei der Anstieg bei den niedrigeren Gehältern höher ausfällt. Die Lohnabschlüsse der Metaller gelten als richtungweisend und geben somit auch die Marschrichtung für die anderen Branchen vor.
Damit liegt der Abschluss erheblich über der Inflationsrate der vergangenen 12 Monate in Höhe von 2,8 Prozent, die als Basis für die Verhandlungen herangezogen wurde.
Bundeskanzler Werner Faymann sprach von einem "guten Ergebnis", das den "erfolgreichen Weg der österreichischen Sozialpartnerschaft" fortsetze.
Betroffen sind 165.000 Arbeiterinnen und Arbeiter sowie Angestellte der Metallindustrie, sie erhalten ab 1. November im Schnitt um 4,2 Prozent mehr Lohn und Gehalt. Die untersten Einkommensschichten bekommen ein Plus von 4,4 Prozent, zuzüglich einer Mindestaufzahlung von 80 Euro; für Hilfsarbeiterinnen und Hilfsarbeiter ergibt sich ein Lohnzuwachs von insgesamt 5,3 Prozent.
Für die mittleren Einkommensschichten gibt es Zuwächse zwischen 4,0 Prozent und 4,3 Prozent, für Topverdiener ein Plus von 3,8 Prozent. Der Mindestlohn beträgt ab 1. November 1.583 Euro, nach zuletzt 1.515 Euro.
Die Industrie kostet der Abschluss rund 300 Millionen Euro. Betriebe mit schwacher Ertragslage erhalten Ausnahmegenehmigungen, die bisher aber noch nicht präzisiert wurden.
Verbesserungen wurden auch bei der Elternkarenz beschlossen. Bisher wurden 10 Monate pro Kind für die Gehaltsvorrückung angerechnet, ab 1. November werden 16 Monate für jedes Kind berücksichtigt.

Inflationsrate bei 3,6 Prozent
Die Verbraucherpreise sind in Österreich im September um 3,6 Prozent gestiegen, womit die höchste Inflationsrate seit Herbst 2008 (3,8 Prozent) verzeichnet wurde. Im heurigen August und Juli hatte der Preisanstieg jeweils 3,5 Prozent betragen. Hauptpreistreiber sind weiterhin Mineralöl- und Spritprodukte. Ohne sie hätte die Inflation im September nur 2,8 Prozent betragen, wie die Statistik Austria am 14. Oktober bekanntgab.
Der typische wöchentliche Einkauf – der so genannte Miniwarenkorb mit Nahrungsmitteln, Dienstleistungen auch Treibstoffen – hat sich im September im Jahresabstand um 7,1 Prozent verteuert, im August waren es 6,8 Prozent.

"Innovationsindikator 2011": Österreich von Rang 14 auf 8 verbessert
Österreich hat sich im Innovationsindikator in den letzten beiden Jahren deutlich verbessert, und zwar von Rang 14 auf Platz 8, heißt es im "Innovationsindikator 2011", der von der Deutschen Telekom Stiftung und dem Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI) herausgegeben wurde.
Österreich habe "wie vielleicht kein zweites Land der EU" das so genannte Barcelona-Ziel ernst genommen und die gesamtwirtschaftlichen Ausgaben für Forschung und Entwicklung auf drei Prozent des BIP erhöht.
Durch kontinuierliche Ausgabensteigerungen bei gleichzeitig offensiven innovationspolitischen Maßnahmen, darunter eine großzügige steuerliche F&E-Förderung, habe man die F&E-Quote von 1,8 Prozent im Jahr 1998 auf 2,8 Prozent im Jahr 2010 gesteigert. Zugleich habe Österreichs Wirtschaft ihren Innovations-Output deutlich erhöht, heißt es im Innovationsindikator, der 26 Industriestaaten vergleicht. Spitzenland ist die Schweiz, gefolgt von Singapur und Schweden.
Erfreut über dieses Ergebnis zeigten sich Infrastrukturministerin Doris Bures und Wirtschaftsminister Reinhold Mitterlehner.

Wien Modern 2011
Wien Modern – eines der wichtigsten internationalen Festivals für Musik der Gegenwart – findet vom 28. Oktober bis 25. November 2011 unter der künstlerischen Leitung von Matthias Losek statt. Ein Festivalschwerpunkt ist im Jahr seines 85. Geburtstags Friedrich Cerha gewidmet – einem der bedeutendsten und noch immer aktiven Komponisten unserer Zeit. Eröffnet wird es mit seinem Opus Magnum "Spiegel I - VII" am 28. Oktober (RSO Wien unter Cornelius Meister). Den fulminanten Schlusspunkt setzen die Wiener Philharmoniker mit dem "Konzert für Orchester und Schlagzeug" am 25. November. Das Schlagzeugsolo wird vom Shooting-Star der internationalen Szene, Martin Grubinger, unter der künstlerischen Leitung von Peter Eötvös gespielt. Innerhalb dieser Klammer wurde in Zusammenarbeit mit dem Komponisten aus dem umfangreichen Œuvre ein facettenreiches Programm zusammengestellt, ergänzt von ehemaligen Schülern wie etwa Georg Friedrich Haas. Zu den Interpreten zählen unter anderen das Klangforum Wien, das Ensemble Kontrapunkte und das Ensemble "die reihe". Für die jüngere Komponistengeneration des Landes steht Wolfgang Mitterer, ein Pionier der elektroakustischen Musik, der mit drei Uraufführungen präsent ist, darunter die Comic-Opera "Baron Münchhausen" im Rabenhof-Theater.
Einblick in das Musikschaffen Großbritanniens bieten unter dem Titel "UK Collectio" Komponistinnen und Komponisten wie Harrison Birtwistle, Peter Maxwell Davies, James Dillon, Rebecca Saunders oder auch Emily Howard, Letztere mit dem Auftragswerk "Calculus of the Nervous System".
Wien Modern setzt aber weiterhin bewusst auf performative, szenische Projekte. So wird in der Brunnenpassage mit "Klangspiegel: London / Wien" eine internationale Plattform für intermediale und zeitgenössische Klangkunst von Frauen eingerichtet, während im Konzerthaus unter der Regie von Markus Kupferblum "Oskar Serti geht ins Konzert. Warum?" und Gerald Resch mit einem Auftragswerk der Erste Bank geboten wird. Ebenso werden die Kooperationen mit bewährten Partnern wie dem Dschungel Wien ("Momo") oder dem Tanzquartier ("Tableaux Vivants") fortgesetzt.

Jüdisches Museum Wien eröffnet
Nach einer Generalsanierung erwartet das Museum seine Besucher mit neuen Einblicken in seine Sammlungen sowie mit der großen Wechselausstellung "Bigger than Life. 100 Jahre Hollywood. Eine jüdische Erfahrung".
Im Schaudepot werden die großen Sammlungen (Sammlung der Israelitischen Kultusgemeinde, Neuerwerbungen und Privatsammlungen Berger, Schlaff und Stern) in Bezug zu ihrer Herkunft gestellt, wobei Persönlichkeiten vorgestellt, aber auch Zeitreisen ermöglicht werden, die einen Blick auf zerstörte jüdische Orte eröffnen. Das Kinderatelier gibt unter anderem anhand von Alltagsobjekten Einblicke in jüdisches Leben, was im Audioguide durch die Dialoge zweier Jugendlicher unterstrichen wird. Das Atrium wird bis zur Eröffnung der neuen Dauerausstellung im Herbst 2012 als "Space in Project" bespielt.
"Bigger than Life" zeichnet die Geschichte jüdischer Einwanderer wie Adolph Zukor (Paramount), William Fox, Louis B. Mayer (MGM), Carl Laemmle (Universal) und den Warner Brothers in den USA nach, die Hollywood mit seinem Studiosystem, den Stars und dem Happy End ins Leben riefen und zu einem herausragenden Kulturphänomen des 20. Jahrhunderts machten. Auf der Spurensuche dieser globalen Kulturgeschichte werden Meilensteine der Filmgeschichte mit europäisch-jüdischen Erfahrungen in Beziehung gesetzt, die auch (anfangs zögerlich) Anti-Nazi-Propaganda und Versuche, den unfassbaren Holocaust zu thematisieren, einschließen. Neben wesentlichen Filmen werden auch Filmplakate und andere Exponate gezeigt.

Ruth Klüger erhält Danubius-Preis für ihr Lebenswerk
Der Danubius Donauland-Sachbuchpreis wird am 25.10. im Rahmen eines Festakts im Jüdischen Museum Wien überreicht. Anlässlich ihres 80. Geburtstags am 30.10. feiert auch die Doku "Das Weiterleben der Ruth Klüger" von Renata Schmidtkunz im Rahmen der Viennale ihre Uraufführung im Gartenbaukino.

Österreichisches Filmmuseum
Der Direktor des Österreichischen Filmmuseums, Alexander Horwath, ist zum diesjährigen Saisonauftakt ebenso wie seine stellvertretende Geschäftsführerin Andrea Glawogger für weitere fünf Jahre bis Ende 2016 wiederbestellt worden. Das seit 2002 tätige Führungsteam kann auf eine äußerst erfolgreiche Entwicklung verweisen. Der Besuch der Vorstellungen wurde auf rund 55.000 Zuschauer pro Saison gesteigert, die Auslastung liegt laut Aussendung mit knapp 50 Prozent höher als bei sämtlichen Kinoveranstaltern in Österreich.
Das 50-jährige Jubiläum 2014 will man mit substanziellen Aktivitäten begehen. Horwath verwies darauf, dass das Medium Film seine Heimat immer mehr in Filmmuseen hat und immer weniger in Kinos. Dabei wird der Wiener Position ein geschärftes Augenmerk geschenkt. Sie schließt Bewusstsein für Material und politische Standpunkte ein, wobei das Filmmuseum den Kinosaal als sozialen Raum rezipiert, in dem eine diskursive Haltung vorherrscht und ein kritischer Umgang mit dem Medium ermöglicht wird. Dies werde nicht nur von Cinephilen, sondern auch im Kunstbereich wahrgenommen. Die Bandbreite des Mediums solle weiterhin "sowohl Attraktion als auch Avantgarde, sowohl Spektakel als auch Arbeit an der Moderne" umfassen, so Horwath.

Modefotografie in der Kunsthalle Wien
Im Rahmen ihres Herbstschwerpunktes zu Fotografie und Mode präsentiert die Kunsthalle die Ausstellung "Vanity Fair": Die von Synne Genzner kuratierte Schau zeigt bis 12. Februar Arbeiten des legendären Modefotografen F.C. Grundlach, der unter anderem für die Zeitschrift Brigitte, aber auch als Galerist, Sammler und Kurator tätig war. Der 1926 geborene Grundlach benutzte Modefotografie als Instrument zur Analyse gesellschaftlicher Verhältnisse, wobei er sowohl interpretiert als auch inszeniert, um den Zeitgeist zu visualisieren oder zu antizipieren. Seit 2003 fungiert er als Gründungsdirektor des von ihm mitinitiierten Hauses der Fotografie in den Hamburger Deichtorhallen. Neben ausgewählten Werken aus der Sammlung Grundlach/Hamburg werden unter anderem auch Arbeiten von Richard Avedon, Sibylle Bergemann und David LaChapelle gezeigt.

"Kultur-Transfair": Initiative für sozial Bedürftige wird verlängert
Die 2003 vom Schauspielhaus Wien und der Armutskonferenz ins Leben gerufene kulturelle Sozialinitiative "Hunger auf Kunst und Kultur", bei der finanziell Bedürftige mit einem Kulturpass kostenlos in eine der österreichweit 450 beteiligten Kulturinstitutionen kommen können, hat 2009 versuchsweise auch direkte Vermittlungsprogramme gestartet, die angesichts des Erfolgs nun auch 2012 fortgesetzt werden.
2010 wurden 50.800 Tickets an 22.000 Wiener Kulturpassbesitzer ausgegeben. Zusätzlich sei auch Begleitung, Assistenz und Partizipation erforderlich, so Martin Schenk von der Armutskonferenz. So hatten heuer soziale und kulturelle Einrichtungen erfolgreich gemeinsam maßgeschneiderte Angebote unter dem Titel "Kultur Transfair" entwickelt, die von einem Sponsor finanziert wurden.
Beispielsweise hatte das Österreichische Filmmuseum für ältere Bewohner des Caritas-Hauses Jona eine vorbereitete kleine Reise durch das Medium Film organisiert. Lehrlinge von Jugend am Werk analysierten gemeinsam mit der Secession deren ornamentale Fassadensymbole und setzten schließlich eigene Ideen auf einer Holzplatte um. Das Tanzquartier hat mit 28 Lehrlingen zeitgenössischen Tanz und Performance eingeübt und erlebbar gemacht, wobei die einstudierten Arbeiten von einer weiteren Gruppe von Lehrlingen dokumentiert wurden.

Stadttheater Klagenfurt 2011/12
Intendant Josef E. Köpplinger hat für seine letzte Spielzeit – er wird nach München wechseln – als Motto ein Zitat von Max Reinhardt erwählt: "(…)ich glaube an die Unsterblichkeit des Theaters. Das Verlangen, Theater zu besuchen, Theater zu spielen, ist ein elementarer Wunsch der Menschheit". Sein Ziel sei, dass die Menschen nach der Vorstellung etwas mit nach Hause nehmen, so Köpplinger, der sich über eine Auslastung von fast 88 Prozent freuen kann. Das breite Programm-Spektrum umfasst zahlreiche bekannte Standardwerke ("Der fliegende Holländer" nach einem interessanten Konzept von Torsten Fischer, "Tosca", "Der Nussknacker", "My Fair Lady" und "Westside Story"), aber auch Überraschungen wie Julien Greens "Süden" in der Inszenierung von Sibylle Broll-Pape. Greens Stück führt in die Zeit des Sezessionskriegs, seine sterblichen Überreste ruhen in der Klagenfurter Stadtpfarrkirche. Auch die Komödie "Die 39 Stufen" von John Buchan und Alfred Hitchcock, die 2005 uraufgeführt wurde, steht unter der Regie von Werner Sobotka auf dem Programm. Eine Neufassung von "Der gestiefelte Kater", ein Auftragswerk, wird als Schauspiel mit Musik geboten. Puccinis "Tosca" (Dirigat: Peter Marschik, Inszenierung: Stefano Poda) wird zum Saisonausklang aufgeführt. Zudem zeigt das Landestheater Schnitzlers "Weites Land", den "Evangelimann" und "King Kong" im Napoleonstadel sowie im Rahmen von Theater Extra das Highlight "Zala" von Simone Schönett und Harald Schwinger. Trotz der Kürzungen im Budget, denen der Dramatikerwettbewerb zum Opfer fiel, soll die künstlerische Qualität durch straffere Planung und Nutzung von Synergien, wie der vielfältige Einsatz der systematisch aufgebauten Balletttruppe zeigt, erhalten bleiben.

Werner Faymann: Investition in Bildung stärkt Wettbewerbsfähigkeit
"In den meisten EU-Ländern musste und muss der Budgetposten Bildung gekürzt werden, in Österreich hingegen haben wir noch immer ein Plus zu verzeichnen", lobt Bundeskanzler Werner Faymann den neuen Budgetentwurf für 2012. Den Vorwurf, dass die Regierung zuwenig Reformschritte gesetzt habe, ließ der Bundeskanzler nicht gelten: "41 Regierungsvorlagen zum Thema zeigen, dass Bildung ein Schwerpunkt der Bundesregierung ist. Beispiele dafür sind die Einführung kleinerer Klassen, die Sprachförderung im Kindergarten, die neue Matura und die Festlegung von Bildungsstandards, das Projekt Lehre und Matura sowie der Ausbau der Ganztagsschulen und der Neuen Mittelschulen".

Karlheinz Töchterle lobt Budget 2012
"Wissenschaft und Forschung haben klare Priorität im Budget 2012", zeigt sich Minister Karlheinz Töchterle erfreut. Das Budget sei eine "Bestätigung für den hohen Stellenwert von Wissenschaft und Forschung – gerade auch in Zeiten der Budgetkonsolidierung", so der Wissenschaftsminister weiter.

Uni Wien unter 50 besten geisteswissenschaftlichen Unis
Im eben veröffentlichten Times Higher Education Ranking im Bereich "Arts and Humanities" – also Geisteswissenschaften – wurden die 50 besten Universitäten im Bereich Geisteswissenschaften ausgezeichnet. Als einzige österreichische Universität kommt die Uni Wien vor, sie belegt den 47. Rang.
"In Anbetracht der enormen weltweiten Konkurrenz ist dies eine sehr bemerkenswerte Leistung", sagt der Rektor der Uni Wien, Heinz Engl.

Claudia Schmied: Nachholen von Bildungsabschlüssen ab 2012 gratis
Menschen ohne Bildungsabschluss sollen diesen ab 2012 kostenlos nachholen können. Für Unterrichtsministerin Claudia Schmied ist die Initiative ein "wichtiges bildungspolitisches Signal für den Zugang bildungsferner Personen zu lebensbegleitendem Lernen". Mit dem kostenlosen Wiedereinstieg in das Bildungssystem werde eine "wesentliche Hürde beim Nachholen von Bildungsabschlüssen für diese – meist einkommensschwachen – Personen" beseitigt.

Bildungskarenz wird Dauerrecht
Die Bildungskarenz wird nun Dauerrecht. Das derzeitige Modell wäre eigentlich mit Ende 2011 befristet gewesen, wurde aber nun von der Regierung als dauerhafte Regelung beschlossen. Schon 2009 war die Bildungskarenz attraktiver gestaltet worden. Arbeitsmarktexperten hatten die Regelung gelobt, da sie Unternehmen dabei helfe, in wirtschaftlichen Krisenzeiten ihren Personalstand zu halten.

Universität Innsbruck plant eigene Fakultät für Lehrerausbildung
Die Universität Innsbruck will im Jahr 2012 mit einer sogenannten "School of Education" eine neue Fakultät für die neue Lehrerausbildung errichten. Als nächster Schritt sei dann laut geschäftsführendem Rektor Tilmann Märk die Zusammenführung der Pädagogischen Hochschule (PH) Tirol mit der Universität geplant. In der "School of Education" sind ein Institut für Lehrerbildung und Schulforschung, ein Institut für Fachdidaktiken der Naturwissenschaften und ein Institut für Fachdidaktiken der Geisteswissenschaften vorgehen.

Österreich dokumentiert Gleichstellung: Gender Index 2011
Zahlen, Daten und Fakten, die nach Frauen und Männern aufgeschlüsselt sind, bieten eine essentielle Grundlage für die zielgerichtete Planung und Absicherung von Maßnahmen und Vorhaben zur Erreichung einer Gleichstellung von Frauen und Männern in unserer Gesellschaft. Um die kontinuierliche geschlechterdifferenzierte Datenerhebung und Datenauswertung in Österreich weiter voranzutreiben wurde am 17. Oktober erstmals der "Gender Index Österreich" präsentiert. Dieser beinhaltet die wichtigsten Informationen zur Situation von Frauen und Männern in Österreich und wird ab nun jedes Jahr in aktualisierter Form zur Verfügung gestellt.
Zum Gender Index 2011 (PDF 878 kB)

"Gütesiegel für qualitativ hochwertige Tagesbetreuung" ausgeschrieben
Alle Schulen Österreichs können sich bis 31. Dezember bei ihrer Schulaufsichtsbehörde mit ihren Angeboten für die Tagesbetreuung für das "Gütesiegel für qualitativ hochwertige Tagesbetreuung" anmelden. Diese werden dann nach strengen Kriterien geprüft, im Juni 2012 werden die Gütesiegel dann für zwei Jahre verliehen. "Derzeit sind 196 Schulen mit dem Gütesiegel ausgezeichnet. Ich hoffe, dass es im nächsten Jahr schon deutlich mehr sind", so Bildungsministerin Claudia Schmied.

100 Prozent Sport: Neues Kompetenzzentrum für Chancengleichheit in Österreich
Der Verein "100 Prozent Sport" ist das neue Kompetenzzentrum für Chancengleichheit im österreichischen Sport und wurde am 18. Oktober im Rahmen einer gemeinsamen Pressekonferenz von Frauenministerin Gabriele Heinisch-Hosek und Sportminister Norbert Darabos vorgestellt. Es handelt sich hier um eine Initiative des Sportministeriums mit dem Ziel, Chancengleichheit von Mann und Frau im österreichischen Sport zu gewährleisten.
"Frauen machen im Laufe ihrer Karriere immer die gleichen Erfahrungen: Männer verdienen mehr als sie, und auch wenn sie ausgezeichnete Leistungen bringen, sitzen trotzdem die Männer an den Schalthebeln der Macht. Das gilt für die Frauen in der Wirtschaft und genauso für Frauen im Sport", sagte Frauenministerin Gabriele Heinisch-Hosek.
Sportminister Norbert Darabos: "Wir haben den heimischen Sport in all seinen Facetten durchleuchtet und sind zu dem Ergebnis gekommen, dass er in vielen Bereichen nach wie vor von Männern dominiert ist. Und das obwohl gerade die Frauen in den letzten Jahren oft die Medaillenstatistiken gerettet haben, z.B. bei den Olympischen Spielen in Peking oder bei den Alpinen Skiweltmeisterschaften in Garmisch-Partenkirchen, wo unsere Damen alle vier Goldmedaillen einfahren konnten. Als Sportminister habe ich es mir zum Ziel gesetzt, wesentliche Schritte in Richtung Gleichstellung von Frauen im Sport zu setzen. Die Initiative "100 Prozent Sport" ist einer davon.“
2011 wurde der Verein von WoGoS – Women Go Sport – in 100 Prozent Sport umbenannt und widmet sich nun verstärkt der Gleichstellung von Frauen und Männern im Sport. Zurzeit befinden sich vier Gender Mainstreaming Projekte in Umsetzung, insgesamt wurden bisher rund 750.000 Euro an Fördermitteln zur Verfügung gestellt.

Darabos setzt Spatenstich für künftiges Wassersportzentrum "Neue Donau"
Ein neues Wildwasserzentrum mitten in Wien soll die Basis für eine Prolongierung der Erfolgsserie in Österreichs Kanusport bilden.
In den kommenden drei Jahren entsteht am Standort des derzeitigen Ruderzentrums bei der Steinspornbrücke im 22. Bezirk ein neues, topmodernes Wassersportzentrum, das die Sportarten Rudern, Flach- und Wildwasserkanufahren verbindet. Sportminister Norbert Darabos, Kajak-Weltmeisterin Corinna Kuhnle und Walter Aumayr, Präsident des Österreichischen Kanuverbandes, setzten am 17. Oktober den ersten Spatenstich. Die Kosten dieses Projektes belaufen sich auf insgesamt 3,9 Millionen Euro und werden je zur Hälfte vom Sportministerium und der Stadt Wien getragen.
Sportminister Norbert Darabos: "Der Kanuverband ist mit zwei WM-Goldmedaillen 2011 einer der erfolgreichsten Sportverbände in Österreich. Wenn wir in einer olympischen Sportart so große Erfolge haben, müssen wir auch eine optimale Infrastruktur für unsere Athletinnen und Athleten schaffen. Deshalb bin ich sehr stolz auf dieses einzigartige Projekt."

Sportministertreffen setzte sich mit Thema Wettbetrug auseinander
Das Thema Wettbetrug stand im Fokus des am 13. und 14. Oktober in Krakau abgehaltenen informellen Sportministertreffens.
Spielmanipulation stellt neben Doping eine ernsthafte Gefahr für die Integrität des Sports dar. Die EU-Ratspräsidentschaft setzte sich beim Sportministertreffen daher für die Aufnahme eines Tatbestands des "Sportbetrugs" in nationale Strafrechtskataloge ein. Darüber hinaus will der EU-Ratsvorsitz die Kooperation zwischen Strafverfolgungsbehörden, Sportorganisationen und Glücksspielanbietern stärken sowie den Respekt der Rechte von Sportveranstaltern sichern.
Sportminister Norbert Darabos wies in diesem Zusammenhang darauf hin, dass es einer von allen EU-Mitgliedstaaten getragenen Initiative zur raschen Feststellung von Wettmanipulationen bedarf. Vor allem müsse der Bereich des Monitorings von Sportwetten effizienter koordiniert werden. Österreich unterstützt auch die von den Europäischen Lotterien vorgeschlagene Schaffung einer internationalen Agentur zur Überwachung von Sportwetten und Bekämpfung von Spielmanipulation. Vorgesehen ist in diesem Zusammenhang die Annahme einer Erklärung durch die EU-Sportminister zur Spielmanipulation beim Sportministerrat am 29. November 2011 in Brüssel.
Das Hauptthema des zweiten Tages war der von Österreich während seiner EU-Ratspräsidentschaft lancierte Bereich "Sport und Ökonomie". Die EU-Ratspräsidentschaft hob den enormen wirtschaftlichen Beitrag hervor, den der Sport für die Gesellschaft erbringt, z.B. im Rahmen von Sportgroßveranstaltungen wie der Fußball-EM 2012 in Polen.